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04
MAI
2018

IPRE Lecture 1/2018 „Stadt und Handlung“ Christopher Dell (Prof. Dr. phil. habil.)

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Das Institut für immobilienwirtschaftliche Forschung (IPRE) und die Professur für Projektentwicklung an der TU Wien laden ein Mal pro Semester eine hochkarätige Referentin / einen hochkarätigen Referenten ein, um der Diskussion über Stadtentwicklung und Immobilienentwicklung neue Impulse zu verleihen. Im Sommersemester konnte der Theoretiker und Komponist Christopher Dell gewonnen werden. Nach seiner Vorlesung zu „Stadt und Handlung“ diskutieren mit Christopher Dell u.a. Sabine Knierbein, Professorin für Urban Culture and Public Space und Thomas Madreiter, Planungsdirektor der Stadt Wien. Moderieren wird der IPRE Geschäftsführer Univ.Prof. Dietmar Wiegand. Am 29.5. spiel Christopher Dell ab 17 Uhr in der CREAU (http://www.creau.at/) ein Solokonzert. Zu beiden Veranstaltungen sind die Mitglieder und Projektpartner des Instituts für immobilienwirtschaftliche Forschung IPRE herzlich eingeladen. Um Anmeldung für beide Veranstaltungen wird gebeten: contact@ipre.at

Vortrag Prof. Christopher Dell „Stadt und Handlung“ 28. Mai 2018 von 17 – 18:30 Uhr
Ort: TU the Sky, Getreidemarkt 9, 10. OG, 1060 Wien

Solokonzert Christopher Dell 29. Mai 2018 ab ca. 17 Uhr
Ort: CREAU Meiereistraße 12, 1020 Wien [U2 Station „Stadion“, Ausgang „Stella-Klein-Löw-Weg“]

Einstimmung zum Vortrag am 28.5.2018:

Le Corbusiers Idee, die Stadt sei ein Werkzeug zur Arbeit gilt bis heute. Aber Arbeit hat sich verändert. Und nicht nur das: Leben, Wohnen, Arbeiten – einst vom Funktionalismus getrennt – verbinden sich in unterschiedlichsten Handlungsformen. Gleichzeitig verschiebt sich auch die Seinsweise von Stadt selbst: sie ist nicht mehr nur Behälter oder Werkzeug sondern auch Resultat von Handlungen, oder wie es Venturi und Scott Brown ausdrücken: the city is a pattern of activities. Nicht nur rückt damit für Planung die Frage in den Blick, wie die Organisation dieser stadtproduzierenden Handlungen beschaffen ist. Auch rücken die Unbestimmtheiten ins Licht, die die Grundlage des Stadt-Handelns bilden und sich keineswegs mehr überplanen lassen. Vor diesem Hintergrund zieht der Theoretiker und Komponist Christopher Dell eine radikale Konsequenz: den Begriff der Improvisation neu zu denken, nicht als Notlösung, sondern als Prinzip des Schaffens von und Orientierens in transformatorischen Seinsformen urbaner Nutzer. Dell spielt mit einem „musikalischen“ Verständnis, das den Raum als alltäglich koproduziert begreift, und entfaltet daraus eine Technologie der Improvisation als urbane Praxis im 21. Jahrhundert.

Vita:

Christopher Dell (Prof. Dr. phil. habil.) lehrt als Professor für Theorie am Lehrstuhl Urban Design der HafenCity Universität Hamburg. Eine Professur in dem Fach nahm er auch an der TU München war. Dell lehrt zudem Stadtderneuerung an der Universität der Künste, Berlin und ist Leiter des ifit, Institut für Improvisationstechnologie, Berlin. Im internationalen Kontext lehrte u.a. an der Architectural Association, London, der University of the Witwatersrand Johannesburg, der Columbia University New York und der Academie for Bouwkunst, Arnhem Bergen School of Architecture. Sein Interesse gilt Praxen und Organisationsverläufen der zeitgenössischen Stadt. In disziplinübergreifenden Arbeitskonstellationen sucht Dell relationale Handlungsformen als Verfahren zu konzeptionalisieren und für Forschung und Gestaltung fruchtbar zu machen. Monographien: “Prinzip Improvisation“, Köln 2002, „Improvisations on Urbanity“ Rotterdam 2009, „Tacit Urbanism“, Rotterdam 2009, „Replaycity“, Berlin 2011 und „Die improvisierende Organisation“, Bielefeld 2012, „Ware:Wohnen!“, Berlin 2013 und „Das Urbane“, Berlin 2014, „Epistemologie der Stadt“ Bielefeld 2016, „Stadt als offene Partitur“ Zürich 2016

Dell gilt laut Reclam Jazzlexikon als der führende Vibraphonist Europas, die FAZ nannte ihn den “größten Vibraphontechniker der europäischen Jazzgeschichte.” Dell ist und war beteiligt an zahlreichen CD-Veröffentlichungen und Tourneen, u.a. in Kanada, China, U.S.A., Japan, Indien, Afrika, Südamerika. Seine Arbeit wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, wie z.B. dem Downbeat Allstar Award, Preis der Deutschen Schallplattenkritik, dem JazzArt-Award – Musik des 21.Jahrhunderts, Grammy Nominierung und Musikpreis der Stadt Darmstadt.

Stand: 07.05.2018

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